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 Cité Siclait, eines von zahlreichen Armenvierteln in Port-au-Prince, befindet sich im südlichen Teil der Hauptstadt, zwischen dem Hafen und dem Martissant (Stadtgebiet) Carrefour. Mit seinen ca. 12.000 Einwohnern, davon ca. 55% Jugendliche, verfügt es über 17 Schulen, davon 16 Grundschulen und eine Oberschule. Man findet dort auch eine Gewerbeschule und ein Zentrum mit Ausbildungskursen für Sekretäre und Schuhmacher, für Englisch, für die Blumenkunst und Informatiklehrgänge.
Im Gesundheitsbereich sind sechs Nichtregierungsorganisationen tätig, wie ein Kinderkrankenhaus, speziell für Tuberkulosekranke, Food for the Poor und Haiti-Med mit seinem Gesundheitszentrum, um nur einige zu nennen. Es gibt keine einzige staatliche Gesundheitseinrichtung. Cité Siclait ist einem Elektrizitätsnetz angeschlossen. Die Bevölkerung dieses Viertels steht einer Problematik von besorgniserregender Komplexität gegenüber. Im Gesundheits- und Hygienebereich ist die Lage katastrophal. Das Gebiet ist durchzogen von übelriechenden Abwasserkanälen, die sich an den ärmlichen Behausungen vorbeischlängeln, der Boden ist schlammig und bietet einen idealen Nährboden für Epidemien, wie Malaria, Typhus, Dysenterie, Durchfallerkrankungen, die längst durch die Medizin behandelt werden können, aber hier noch immer vorherrschen.
Unzählige Kinder im schulpflichtigen Alter gehen entweder nicht zur Schule oder brechen diese im Laufe des Schuljahres oder der Ausbildung ab. Die Arbeitslosigkeit steigt unaufhörlich und ist zur täglichen Normalität geworden. Es gibt nur eine kleine handwerkliche Produktionsstätte, einige Lotteriebuden, kleinere Boutiquen und Bazare, die hier die wichtigste ökonomische Struktur darstellen. Der Handel läuft hier nur mit billigen und unregelmäßig vorgehaltenen Produkten. Die einzige, tatsächlich vorhandene Ressource, ist die billige Arbeitskraft mit unzureichender Qualifikation. Die Gestaltung der Wohnverhältnisse stellt eine echte Herausforderung an die einfachsten Regeln des Städtebaus und vervollständigen das armselige Bild dieses Viertels. Armut, immer Resultat schlechtester Lebensbedingungen, ist hier an der Tagesordnung. Die oben einzeln aufgeführten Probleme spielen offensichtlich zusammen. Die Arbeitslosigkeit ist einer der Gründe für die Schwäche der Ressourcen und der Haushaltskraft. Mit einem durchschnittlichen Einkommen unter dem Existenzminimum, sind die Menschen hier nicht in der Lage, ihre einfachsten Bedürfnisse adäquat befriedigen zu können. Diese gesamte Situation macht die Bevölkerung in ihrer „Ganzheit“ verletzlich. |